Gemeinsam ein Stück am Reich Gottes mitbauen
Vertreterversammlung befasste sich mit Neuausrichtung der verbandlichen Caritas im Bistum Magdeburg
Magdeburg (cpi/db). Ende Mai 2010 fand die 8. Vertreterversammlung des Diözesan-Caritasverbandes statt. Neben der Wahl der Delegierten des Diözesan-Caritasverbandes Magdeburg für die Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes war die Information über den gegenwärtigen Arbeits- und Diskussionsstand des Organisationsentwicklungsprozesses ein wichtiger Punkt des Austausches. In seinen einleitenden Worten knüpfte der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, Ordinariatsrat Bernhard Scholz, inhaltlich an den Sachstand seit der zuletzt im November 2008 stattgefundenen Vertreterversammlung an. Dabei machte er deutlich, dass der im Sommer 2007 durch den Bischof initiierte und in Auftrag gegebene Prozess kontinuierlich weitergegangen ist.
Während bei der letzten Vertreterversammlung der vorläufige Stand der betriebswirtschaftlichen Analyse und Findung von zukunftsweisenden Strukturmodellen im Vordergrund der Berichterstattung standen, galt es am vergangenen Samstag den Vertreterinnen und Vertretern der persönlichen und korporativen Mitgliedern sowie den Gästen aus der verbandlichen Arbeit der Caritas im Bistum Magdeburg einen ausführlichen Eindruck von der auf der Grundlage der vom Bischof im Juli 2009 getroffenen Entscheidung, das Strukturmodell einer dezentralen Struktur mit zentraler Steuerung in GmbH-Form für den Diözesan-Caritasverband und seine Gliederungen umzusetzen, im Oktober 2009 gestarteten Umsetzungsphase zu vermitteln.
So ging Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Brantzen in seinem Referat unter anderem ausführlich auf die Prozessstruktur ein. Dabei stellte er unter anderem die sieben Projektgruppen vor, die im Januar 2010 ihre Tätigkeit aufgenommen haben. Jede Projektgruppe bearbeitet ein genau definiertes Arbeitspaket. Sie haben die Aufgabe die nun anstehende dritte Prozessphase der Umsetzung zielorientiert, effektiv und unter einer gleichzeitig größtmöglichen Beteiligung aller beteiligten Bereiche zu strukturieren. Während sich die Projektgruppe „Rechtsformen“ mit rechtlichen Grundlagen, wie Satzungen oder Verträge innerhalb des Gesamtcaritasverbandssystems für die künftige Struktur befasst , ist Auftrag der Projektgruppe „Regionalgesellschaften“ Vorschläge für neuen regionalen Strukturen der verbandlichen Caritas im Bistum Magdeburg zu erarbeiten. Mit der Beschreibung der künftigen auch veränderten Aufgaben des Diözesan-Caritasverbandes im neuen Caritasverbandssystem setzt sich die Projektgruppe „Spitzen- und dachverbandliche Aufgaben des Diözesan-Caritasverbandes und der Regionalebene“ auseinander, während es bei der Projektgruppe „Inhaltliche Ausrichtung des Caritassystems“ um die abgestimmte inhaltliche Ausrichtung (Profil, Vernetzung untereinander und Zusammenarbeit mit Pastoral) der verschiedenen Teilsysteme der Caritas im Bistum Magdeburg geht. Die Projektgruppe „Neuordnung der operativen Arbeitsfelder“ befasst sich mit Zuordnung und Einbindung der operativen Arbeitsfelder. Die Projektgruppen „Finanz-, Risiko- und Personalmanagement“ und „Qualitätsmanagement sowie weitere Managementsysteme“ haben schließlich den Auftrag, Managementsystemen, die perspektivisch vom Diözesan-Caritasverband und den Gesellschaften angewandt werden, zu erarbeiten und aufeinander abzustimmen.
Mit Blick auf die Zusammensetzung der Projektgruppen, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diözesan-Caritasverbandes, der Orts-Caritasverbände Magdeburg und Halle, der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius und Caritas Behindertenwerk Burgendlandkreis sowie des Fachbereichs Pastoral in Kirche und Gesellschaft vertreten sind, hob Herr Brantzen hervor, dass sich jeder seine Kräfte und Fähigkeiten einbringt. „Gerade hierin liegt die Spannung. Es geht darum, gemeinsam ein Stück am Reich Gottes mit zu bauen, damit Kirche und Caritas auch künftig für die Menschen sichtbar und erfahrbar sein können.“
Seine Verbundenheit mit der Arbeit der Caritas in unserem Bistum dokumentierte auch Bischof Gerhard Feige. In einem Grußwort, das von Ordinariatsrat Bernhard Scholz vorgelesen wurde, da er aus terminlichen Gründen nicht persönlich an der Vertreterversammlung teilnehmen konnte, wies Bischof Gerhard Feige darauf hin, dass er durch seine Visitationen in den neuen Dekanaten des Bistums auch immer die verschiedenen Einrichtungen der Caritas besuche. „Ich freue mich über das Engagement, mit dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit für hilfsbedürftige Menschen tun und damit Zeugnis für unseren christlichen Glauben ablegen sowie über die positive Atmosphäre, die ich in den Begegnungen mit den Menschen in den Einrichtungen erspüren kann.“ Des Weiteren führte er aus, dass es ihm wichtig sei, dass die Arbeit der caritativen Einrichtungen im Bistum nachhaltig sei und auch weiterhin Bestand habe. Dazu führte er weiter aus: „Einige ermutigende Entscheidungen auf tarifpolitischem Gebiet habe ich in letzter Zeit zur Kenntnis nehmen können. Beides ist mir wichtig: die Beratungsdienste und die Einrichtungen der Caritas.“
Zum Organisationsentwicklungsprozess ermutigte er alle Beteiligten: „Ich kann erahnen, dass Veränderungen auch immer Ängste und Befürchtungen auslösen.“ Dennoch sei es seinen Worten nach wichtig, nicht an überkommenen Strukturen festzuhalten, sondern auf die Veränderungen in Gesellschaft und Kirche zu reagieren. „Ich bitte Sie deshalb, neben den möglichen Verunsicherungen, die solch ein Umsetzungsprozess auslösen kann, auch die Chancen zu sehen. Eine gut aufgestellte Caritas im Bistum Magdeburg ist mir wichtig, um dem Auftrag unserer katholischen Kirche in Sachsen-Anhalt gerecht zu werden.“
Der Vertreterversammlung war eine Heilige Messe in St. Marien, Magdeburg-Sudenburg vorangegangen. Diese wurde gemeinsam von Ordinariatsrat Bernhard Scholz, dem Ehrenvorsitzenden des Diözesan-Caritasverbandes, Domkapitular Günther Brozek, sowie Bernhard Brantzen zelebriert.
Alle zwei Jahre findet die Zusammenkunft des höchsten Beschlussorgans der Caritas im Bistum Magdeburg, der Vertreterversammlung, statt. Dieses hat die Aufgabe, über grundlegende Fragen der Caritas zu beraten, sozial- und verbandspolitische Perspektiven zu diskutieren, den Tätigkeitsbericht des Diözesan-Caritasverbandes entgegenzunehmen und zu beraten, Satzungsänderungen zu entscheiden und/oder Wahlen zum Beispiel zum Caritasrat des Diözesan-Caritasverbandes und zur Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverband durchzuführen. Das Wahlergebnis sei auch noch mitgeteilt. Neben dem Vorsitzenden und dem Diözesan-Caritasdirektor als aufgrund ihrer Funktion gesetzte Mitglieder, wurden Torsten Bognitz (Geschäftsführer des Orts-Caritasverbandes Halle), Jürgen Brückner (Caritasmitglied der Pfarrgemeinde Allerheiligen in Falkenberg/Dekanat Torgau) sowie Martin Schelenz (Geschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes) als weitere Vertreter zur Wahrnehmung der Interessen der verbandlichen und ehrenamtlichen Caritas im Bistum Magdeburg für die Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes gewählt. Ersatzdelegierte wurde das Caritasmitglied Erika Krüger der Pfarrgemeinde St. Mauritius und St. Elisabeth in Halle.
