Diözesan-Caritasverband Magdeburg, 18.06.2010

Finanzierung der Caritas-Schwangerschaftsberatungsstellen gesichert

Sozialminister Norbert Bischoff überbrachte Fördermittelbescheid persönlich

Magdeburg (cpi/db). Die Finanzierung der Schwangerschaftskonflikt- und Schwangerschaftsberatung in Sachsen-Anhalt für die Jahre 2010 und 2011 steht. Mit insgesamt rund 3,4 Millionen Euro pro Jahr fördert das Land die Arbeit von landesweit 46 Beratungsstellen. Auch die drei Beratungsstellen der Caritas in Magdeburg, Halle und Dessau können sich freuen. Die Freude war gleich doppelt so groß, als Sozialminister Norbert Bischoff Anfang Juni den Bescheid in Höhe von jeweils 170.400 Euro für dieses und das kommende Jahr gleich persönlich im Interkulturellen Beratungs- und Begegnungszentrum (IKZ) in Magdeburg-Buckau vorbeibrachte und sich ausführlich über die Arbeit der Schwangerschaftsberatungsstelle der Caritas informierte.
Bei der Entgegennahme des Förderbescheides wies Klaus Skalitz, Abteilungsleiter für Sozialarbeit beim Diözesan-Caritasverband in Anwesenheit des Leiters des Katholischen Büros, des Geschäftsführers der Stiftung netzwerk leben sowie der Schwangerschaftsberaterin auf die gesellschaftliche Bedeutung der Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas für Familien in Sachsen-Anhalt und auf die Notwendigkeit deren verlässlichen finanziellen Förderung durch das Land hin. „Qualifizierte Beratungsgespräche und Hilfen können Auswege aus Not- und Konfliktsituationen weisen und Chancen für die Fortsetzung der Schwangerschaft eröffnen.“ Ziel sei es, im persönlichen Gespräch gemeinsam für die Familien und das ungeborene Kind Perspektiven zu entwickeln und Lösungen zu erarbeiten. „Obwohl in unseren Beratungsstellen keine Beratungsnachweise für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch eines Kindes ausgestellt werden, nimmt die Zahl der Beratungen in Schwangerschaftskonflikten seit 2007 kontinuierlich und entgegen dem Landestrend zu.“
Als Grund nannte Skalitz die enge Zusammenarbeit der Caritas-Schwangerschaftsberatungsstellen mit der Stiftung netzwerk leben und deren Ehrenamtsgruppen: „Ehrenamtliche Hilfe ist eine wesentliche Ergänzung der Beratungsarbeit der Caritas für Schwangere und Familien.“ Diese sichere nach Worten des Abteilungsleiters vielen Ratsuchenden Nähe und Erreichbarkeit im persönlichen Umfeld. „Ehrenamtliche leisten mittel- und langfristig persönliche Begleitung und praktische Hilfen wie zum Beispiel Haushaltsführung, Umzug, Wohnungssuche, Behördenkontakte und vielen anderen Problemen des Alltags. Darüber hinaus unterstützen sie die Hilfesuchenden auf ihrem Weg zur Selbsthilfe.“
Im IKZ hat nicht nur die Magdeburger Schwangerschaftsberatungsstelle der Caritas ihren Sitz. Unter dem Dach der Karl-Schmidt-Straße 5c sind weitere vielfältige soziale Beratungsangebote für Zugewanderte und Einheimische ansässig.
Der Ansatz der interkulturellen Öffnung sozialer Beratungsarbeit wird nach Wissen der Caritas in dieser Form in der Magdeburger Beratungslandschaft bisher einmalig praktiziert. In diesem Zusammenhang machte Skalitz darauf aufmerksam, dass die Gestaltung des Zusammenlebens in einer ethnisch, kulturell und religiös immer differenzierteren Gesellschaft neuer Formen und Zugangswege der Beratungs- und Hilfeangebote und somit konkrete Formen der Ausgestaltung von Integrationsprozessen bedarf. „Die interkulturelle Öffnung der Dienste und Einrichtungen der Caritas und der Erwerb interkultureller Kompetenzen von Organisationen und Personen ist eine gesellschaftliche Herausforderung und ein wichtiger Schritt im Integrationsprozess. Diesem stellt sich die Caritas als täglicher Beitrag für ein besseres Miteinander von Einheimischen und Zugewanderten.“ Von diesem Ansatz zeigte sich auch der Sozialminister überzeugt und wies darauf hin, dass Sachsen-Anhalt unter demografischen Gesichtspunkten und mit Blick auf den Arbeitskräftebedarf in Zukunft noch stärker als bisher auf Zuwanderung angewiesen sein wird.

Sozialminister Norbert Bischoff, Schwangerschaftsberaterin Christina Baum und Caritas-Abteilungsleiter Klaus Skalitz (v.l.n.r)