Politik muss Armut aktiv bekämpfen
Statement des Caritas-Präsidenten
Berlin, 22. Juni 2010.
„Das Sparpaket der
Bundesregierung legt den Rotstift bei den Gruppen an, die schon lange keine
Reserven mehr haben. Das ist inakzeptabel.“ Diese Kritik äußert
Caritas-Präsident Peter Neher anlässlich einer gemeinsamen Aktion des Deutschen
Caritasverbandes (DCV) und der Nationalen Armutskonferenz (nak) heute in
Berlin.
So würde beispielsweise die Entscheidung, keine Rentenbeiträge mehr für
langzeitarbeitslose Menschen zu zahlen, zu einer Verschiebung der Probleme
führen. „Noch mehr Menschen werden dadurch im Alter von Grundsicherung abhängig
werden“, so Neher. Anstatt vorrangig bei den Menschen zu sparen, die in den
vergangenen Jahren ohnehin stark belastet worden seien, müsse auch die
staatliche Einnahmepolitik auf den Prüfstand. Neher fordert unter anderem, über
eine gerechtere Gestaltung der Erbschaftssteuer nachzudenken. Auch die Erhöhung
des Spitzensteuersatzes dürfe kein Tabu sein. „Wir fordern die Bundesregierung
auf, auch in dieser Legislaturperiode einen Armuts- und Reichtumsbericht
vorzulegen, um anhand aktueller Daten über Armut und Reichtum in Deutschland
diskutieren zu können.“ Nötig sei eine Politik, die Armut aktiv bekämpfe.
Wolfgang Gern, Sprecher der nak, unterstützt dieses Anliegen: „Armutsbekämpfung
muss wieder mehrheitsfähig werden. Wir müssen mit den Betroffenen reden und
nicht über sie.“
Die Aktion „Ich will raus aus der Armut…“ ist Teil der nationalen
Veranstaltungswoche vom 21. bis 25. Juni zum Europäischen Jahr 2010 gegen Armut
und soziale Ausgrenzung. Weitere Informationen:
www.zeropoverty.de
Das Statement des Präsidenten finden Sie
hier
und unter:
www.caritas.de
