Magdeburg, 2. + 3. März 2017  

Die Kita als religionsproduktiver Ort – spirituelle Beheimatung auch konfessionsloser Fachkräfte

Prof. Dr. Matthias Hugoth von der Katholischen Hochschule Freiburg stellte neue Ansätze der Profilbildung katholischer Kitas vor, die es ermöglichen, auch konfessionslose Fachkräfte in die Bildungsarbeit der Kitas mit ihren spezifischen religionspädagogischen Ausrichtungen einzubinden. Zu diesen Ansätzen gehört das Verständnis der Kita als „religionsproduktiven Ort“. Dies heißt: Im Gegensatz zu einem Ansatz der reinen Vermittlung von Religion besagt der „religionsproduktive Ansatz“: Kinder und Erzieherinnen entwickeln aus ihren Lebenssituationen und ihren Erfahrungen heraus Vorstellungen über Gott und die Welt – auch wenn sie keiner Konfession angehören. Damit wird auch konfessionslosen Fachkräften die Offenheit und Fähigkeit zugestanden, bei ihren Fragen und Ansichten über Gott und die Welt Bezüge zur Religion herzustellen und sich also an der religiösen Bildungsarbeit der Kita zu beteiligen. Darum sollte die Kita auch ihnen eine spirituelle Beheimatung ermöglichen. Die Frage nach der Spiritualität der Fachkräfte und nach dem „Geist des Hauses“ sowie nach der spirituellen Begleitung, der Fort- und Weiterbildung stellte deshalb einen zweiten Schwerpunkt der Mitgliederversammlung dar.

Sich mit solchen originellen Fragestellungen und Zugängen zum Selbstverständnis katholischer Kindertageseinrichtungen zu befassen, zeichnet den Vorstand der Diözesan-AG mit ihrer Geschäftsführerin Marita Magnucki seit Jahren aus. Pfarrer Christian Grubert stand zehn Jahre an der Spitze dieses Vorstandes. Er wurde in dieser Mitgliederversammlung im Rahmen der Neuwahl des Vorstandes feierlich verabschiedet.

Die Frage nach dem Selbstverständnis und dem Profil der katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Magdeburg war bereits bei der Gründung der Diözesan-AG vor 20 Jahren ein zentrales Thema dar. Dieses wurde im Laufe der Zeit immer wieder diskutiert aufgrund jeweils neuer Herausforderungen aufgrund von Entwicklungen in Gesellschaft und Kirche. Prof. Dr. Matthias Hugoth hat diesen Prozess kontinuierlich über viele Jahre wissenschaftlich begleitet. Deshalb wurde ihm während der Mitgliederversammlung durch den Diözesan-Caritasdirektor Klaus Skalitz das „Ehrenzeichen in Gold“ des Caritasverbandes verliehen.